Wie in anderen Bereichen auch geht der Trend in der Druckindustrie rasant in Richtung Volldigitalisierung. Was heißt eigentlich „digital“? Mit unseren Augen sammeln wir zunächst durchweg analoge Daten. Wir sehen, was wir anfassen können. Ein Thermometer mit Quecksilbersäule zeigt uns zum Beispiel analog genau die Temperatur an, auch wenn sie sich nicht sehr genau ablesen lässt. Ein digitales Thermometer überzeugt uns in Ziffern mit meistens nur einer Stelle hinter dem Komma von der jeweiligen Wärme oder Kälte. Grundsätzlich beschreibt „digital“ die Bewertung eines Zustandes in „Ja/Nein-“ oder „1/0-Informationen“. Im Beispiel des Digital-Thermometers werden also die Anzeigebalken, die zusammen die Ziffern ergeben, auf leuchten oder nicht leuchten gesetzt. Beim digitalen Belichten einer Druckplatte erhalten etwa 884000 kleine Bildpunkte pro Quadratzentimeter diese Ja/Nein-Befehle, also drucken oder nicht drucken, in rasender Geschwindigkeit. Diese Befehle werden in unserer modernen CTP-Anlage von einer Gruppe Thermolaserköpfen umgesetzt, während die wärmeempfindliche Druckplatte an ihnen vorbei rotiert.
Computer-to-Plate (CTP) ersetzt in unserer Druckvorstufe seit einigen Monaten mehrere manuelle Verfahrensweisen. Die herkömmlichen Arbeitsfolgen waren davor: Erfassen von Text nach Manuskript, Scannen von Zeichnungen und Bildern, Zusammenführen dieser Komponenten zum Layout, Belichten der fertigen Seiten auf Film, manuelles Positionieren der Einzelfilme auf druckbogengroße Folien, Belichten dieser Abbilder der späteren Druckform auf Lichtpauspapier (OZA), nach Druckfreigabe Belichten auf lichtempfindliche Aluminiumplatten, die nach erfolgter Entwicklung und Konservierung auf die Druckzylinder in der Druckmaschine gespannt werden.
Das Prinzip des Druckverfahrens hat sich mit der neuen Anlage nicht geändert. Nur der Weg zur Druckplatte ist durch CTP ein anderer. Nach dem Layout werden die Seiten nicht auf Film belichtet, sondern im Macintosh-Computer positioniert und auf Druckbogengröße gestellt (ausgeschossen), dann erfolgt im RIP (Raster Image Processor) das Errechnen der Pixelinformationen. Jeder Bildpunkt, ob für Schrift oder Foto, muss seinen Druckbefehl erhalten. Diese Kombination von Flächen- und Farbinformationen bekommen Sie als Kunde, wenn Sie es wünschen, in Form eines Tintenstrahl-Proof-Ausdrucks zur Begutachtung und Druckfreigabe. Ist diese erfolgt, kann ein letzter Korrekturwunsch einfließen oder die Belichtung der Druckplatten mit den bereits gerippten Daten unverändert erfolgen. Diese Aluminiumplatten werden dann direkt in die Druckmaschine gespannt, für jede Farbe eine, und erzeugen durch das Know-how unserer Drucker die bekannt gute Druckqualität unseres Hauses.